XTERRA Netherlands – Besuch beim Partnerevent 2019

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XTERRA Netherlands – Besuch beim Partnerevent 2019

Nach XTERRA France 2017, XTERRA Belgium 2018 nun also XTERRA Netherlands. Die Entscheidung für das Partnerevent des Jahres fiel Anfang 2019 in demokratischer Abstimmung relativ knapp aus und so war es vielleicht auch erklärbar, dass die Teilnehmerzahl nicht an die der Vorjahre heranreichte. Dass die Truppe dann verletzungsbedingt nochmal zusammenschrumpfte war umso bedauerlicher. Aber – such is life und so fuhren mit 2x Helbig, Joe, Thaddäus und mir die letzten 5  wildentschlossenen O-SEE Sportler nach Ameland, einer kleinen westfriesischen Insel im holländischen Teil des Wattenmeeres.

Wir waren sehr gespannt, was uns da erwarten wird. Es war schließlich XTERRA Premiere auf der Insel. Aber der Triathlon auf Ameland selbst hat schon eine längere Geschichte, es gibt ihn seit  ca. 15 Jahren, nur hieß er da Tri Ambla und keiner hat davon überregional Notiz genommen. Aber nun ist Tri Ambla als XTERRA Netherlands Teil der XTERRA – Beneluxserie und wir mussten erst einmal auf die Landkarte schauen…

Die Ankunft an der Nordsee war nach 9 Stunden Fahrt ziemlich trübe. Wenn die WetterApp nicht extreme Wetterbesserung versprochen hätte, wäre die Stimmung ähnlich gewesen. Feiner Nieselregen mit einer steifen Brise – eine Mischung, die man für ein Rennen an der Küste so überhaupt nicht brauchen kann. Nicht auszudenken, am Samstag so ein Wetter zu haben. Aber das Wetter besserte sich schon auf der Fährüberfahrt spürbar und von da an ging es wettertechnisch bergauf, wir hatten dann traumhaftes Spätsommerwetter. Das Quartier in Buren, am „Strandweg“ war auch tiptop, nur 3 Minuten vom Ziel entfernt. Nur eben etwas groß für uns paar Hanseln. Es hätten doppelt so viele reingepasst. Erster Eindruck von Ameland: Traumhafte Feriengegend. Der Eindruck verstärkte sich in den nächsten Tagen, als wir die Insel dann joggend und bikend durchstreiften. Wobei wir uns beim ersten lockeren Morgenlauf erst einmal gründlich verlaufen haben. Aber ist halt so, wenn es in jedem Kaff einen „Strandweg“ gibt und man in den ersten besten „Strandweg“ abbiegt, leider nur dem falschen „Strandweg“. So wurde aus dem morgendlichen Läufchen eine 15km-Runde (vor dem Frühstück!). Nach dem Frühstück stand dann der obligate  Bikestrecken-Check auf dem Plan. Die MTB-Runde interessierte uns sehr, weil wir uns noch nicht so recht vorstellen konnten, wie man auf der kleinen Insel einen ordentlichen MTB-Trail zusammenstellen kann. Das zügige Abfahren ging aber nur bedingt, da die Ausschilderung am Donnerstag! nur rudimentär vorhanden war und so tasteten wir uns nur anhand der Websitendarstellung auf dem Handy nach dem try and error-Prinzip vorwärts. Aber eines war ersichtlich: das ist eine abwechslungsreiche Strecke, die ersten 25 km teilweise sogar richtig trailig und kurzweilig, teilweise aber auch Kilometerschinderei auf der Deichkrone. Wehe wenn Gegenwind… Das Ganze bis zum Leuchtturm in Ballum. Die Rückfahrt von dort zur Wechselzone war dann extrem schnell: Strandfahren an der Waterkant, da wo der Sand durch die Brandung ordentlich verfestigt ist und man kaum einsinkt. Da waren schon Rennradqualitäten gefragt. Am Ende haben wir so fast die ganze Bikestrecke abgeklappert. Nach dem morgendlichen Lauftraining war das schon fast etwas zu viel des Guten aber – wat mut, dat mut. Am Freitag dann die üblichen Rituale der Entschleunigung mit längerdauerndem und reichhaltigen Frühstück, eher schon Brunch, danach Besichtigung der Schwimmstrecke mit T1 (es gab also 2 Wechselzonen). Etwas ungläubig schauten wir auf das Hafengelände, denn irgendwo sollte man um eine Mole mittenmang der ganzen dort vor Anker liegenden Boote, Kähne und Jachten durchschwimmen. Das ganze 2x. Vorher testen war also nicht möglich – wegen Schiffsverkehr… Also trollten wir uns und wechselten zum  Nordstrand der Insel wo Baden bei ordentlicher Brandung angesagt war. Viele waren da auch nicht im Wasser und wir bekamen direkt eine junge Frau von der Küstenwacht beigestellt, die voll aufmunitioniert am Strand stand und aufpasste, dass der kleine Joe auch immer wieder aus der Welle auftauchte. Dass nicht viele im Wasser waren lag wahrscheinlich auch an der Temperatur. Obwohl offiziell 20° ausgewiesen waren. Aber das kennen wir ja J. Manchmal passt halt Wahrnehmung und harter Fakt nicht zusammen. Inzwischen trudeln immer mehr bekannte Gesichter der XTERRA-Szene ein, man schwatzt, trinkt einen Kaffee und ist voller Vorfreude. Dann Startunterlagen abholen, die gab es am Ziel also gleich bei uns um die Ecke. Eine vom dortigen OrgTeam begrüsste mich gleich (sie war mit in Zittau), um mir im nächsten Augenblick gleich, fast schon schuldbewusst zu sagen, dass hier alles etwas kleiner als am O-SEE ist. Der Ruf der O—SEE ist offensichtlich legendär und das Maß der Dinge. Hab verlegen geguckt. Der Abend wurde dann zünftig mit einer teambildenden Kochshow (Thaddl hat sogar Wasser gekocht) und einem Pastadinner beendet.

Race Day: Start 11.30 MEZ. Man musste also zuerst die Laufsachen nach T2 bringen und dann zum Start bzw.T1 radeln. Durch die strategisch günstige Lage unseres Quartiers war das alles easy zu bewerkstelligen und so standen wir 11.15 am Start, mit Neo. Man hatte man sich nun doch entschieden, mit offenen Karten zu spielen: 17,6°C Wassertemperatur. Startschuss: In langer Reihe wälzten sich die Agegrouper zum Wassereinstieg, waten durch stinkenden Schlick, aber nach paar Metern ging das. Besagte Molenumrundung an den Yachten und Kähnen vorbei zum Ausstieg – das Ganze nochmal. Dann Gummihaut abgestrampelt und aufs Rad. Thaddäus und Dani sind schon lange weg, Urban Scheld, langjähriger Organisator des Duathlon in Schleiden und wettkampferprobt, links neben mir auch. Nur Joe rechterhand ist noch da und ächzt beim Umziehen leise vor sich hin. Ronny ist derweil noch bei den Walen, sein Rad steht noch verwaist vor sich hin. Zusammen verlassen wir beiden Alten die T1 und ich fahre unserem  hochgeschätzten Nachwuchstrainer dann auf Sichtweite hinterher, hoffend, dass ich eine Weile mithalten kann. Aber irgendwie lag mir das „Dünengeheize“ ganz gut und ich entschloss mich, das Unerhörte dann doch zu tun – und überholte Joe. Wohl wissend, dass ich nun seinen Kampgeist heraufbeschwöre. Joe kann sich quälen, das weiß ich.  Aber das gefürchtete Duell blieb gottseidank aus. Mir machte die Bikestrecke enorm viel Spaß und ich konnte doch einige Tulpenfäller überholen, selbst auf dem rennradgefälligen Strandabschnitt. Kam dann auch (noch) relativ entspannt in die Wechselzone. Als ich auf die Laufstrecke ging, bog Joe gerade ein, kurzer Augenkontakt, kurzes Grinsen.  Vielleicht 2 min Vorsprung. Ob das reicht? Na mal sehen.  Jonas Held zog gleich zu Beginn an mir vorbei, allerdings schon auf Runde zwei…Held eben. Jedenfalls war die Laufstrecke ein echter „Körnerzieher“, ein ständiges auf und ab in den Dünen mit zwei hundsgemeinen Tiefsandpassagen in der prallen Nachmittagssonne. Ich wurde ordentlich durchgereicht. Jörg Schneider kam auch an mir vorbei und flog dem Ziel entgegen. Ich litt. Aber Joe litt offensichtlich auch, denn er kam nicht. Irgendwann war die zweite Runde durch die vermaledeiten Dünen dann auch überstanden und ich versuchte stilvoll ins Ziel zu kommen. Dani und Thaddl standen da schon (seit einer Weile J) und so gab einen einfachen Applaus (Klapp). Ebenso für Joe, der dann auch einlief und auch für Ronny. Wir waren komplett. Keiner musste aufgeben, aus welchen Gründen auch immer. Schön. Dann ein erstes, zweites Bier. Mathieu Feder, der sympathische Franzose, schmiss dann auch noch ne Lage – Dehydrationsgefahr gebannt. Siegerehrung: Dani hat es aufs Treppchen geschafft. Platz 3 in der AK-Wertung.  Brabbelte zwar etwas rum, dass er auch hätte Zweiter sein können und so. Aber Sch… drauf. Wäre, wäre  – Fahrradkette frei nach Lothar Matthäus. Außerdem gab es ja mit der Gesamtsiegerehrung der XTERRA-Tourwertung noch ein Trostpflaster für ihn: Platz 2 in seiner AK! Das ist doch mal was, chapeau!  Thaddäus, der Youngster haderte etwas mit seiner MTB-Zeit. Aber seine Schwimmzeit – sensationell, um die 22 min, insgesamt 6. in der AK. Kann sich auch sehen lassen – ist aber eben nicht Treppchen. Ich hoffe, das gibt zuhause keinen Ärger ;-). Wir Alten dagegen freuen uns des Lebens, AK-Wertung hin oder her. Joe beginnt allerdings nun auch drüber nachzudenken,  in die Funktionärskaste zu wechseln (wo ich schon seit Jahren bin). Nein, Quatsch.  So schnell geben wir nicht klein bei. Solange uns beispielsweise ein Ritchie Schneider zeigt, wie man jung bleibt, können wir nicht einfach so in den Sack hauen.

Fazit: Als Vereinsausfahrt etwas dünn besetzt, aber die Besetzung war hochkarätig, hat sich auch gut verstanden. Hat also wirklich Spaß gemacht und war ein kleiner Urlaub. Danke an alle – und Danke an Casper van de Kamp für das schöne Event in der Nordsee. Ameland ist empfehlenswert. Wirklich. Auch als Urlaubsdestination.

Benno

PS: Danke an Fa. Gemtec für die Leihe des Transporters. Hat die lange Reise doch sehr komfortabel gemacht.

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