XTERRA World Championship 2019 Maui – Racereview by Dani Helbig

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XTERRA World Championship 2019 Maui – Racereview by Dani Helbig

Es war soweit… der krönende Saisonabschluss für einen jeden Crosstriathleten rückte näher.

Die legendäre XTERRA Weltmeisterschaft auf der im Pazifik liegendem Hawaii-Insel Maui. Traditionell zwei Wochen später als die IM WM auf Kona, fand sie am 27. Oktober im … nun ja … ich sag’s mal so … sehr gut betuchtem Areal des Carlton Ritz Hotels in Kapalua auf West-Maui statt. Ein absolut himmlischer Fleck Erde, welcher definitiv einer WM-Austragung würdig ist. Doch bis zum „Raceday of the Year“ war es ein langer Weg. Da ich leider aus unserer „Ecke“ ein Einzelkämpfer war, habe ich mich durch Zufall dem Org-Team XTERRA Czech, um Michal Sr. und Jr. Piloušek, anschließen können. An dieser Stelle schon mal besten Dank für alles … und was soll ich sagen, mit unserer ca. 30-köpfigen Reisegruppe aus unserem Nachbarland hab ich mich super wohl gefühlt und viele neue coole Leute kennengelernt. Nun auf zum Reiseverlauf:

Am Morgen des 18. Oktobers machte ich mich mit Sack und Pack auf den Weg zum Flughafen Prag, wo wir uns alle gegen Mittag trafen. Nun ging es los über Prag – New York – Los Angeles – Kahului nach Maui. Wir reisten ohne jeglichen Zwischenfall in gerade mal 😉 34h Gesamtreisezeit gesund und munter im Paradies ein … Zweifelsohne ein echter Ritt, der auch Kräfte zehrt und durch die 12h Zeitverschiebung nicht spurlos an einem vorbeigeht. Die folgenden Nächte hatte ich meine Schwierigkeiten einen Schlafrhythmus zu entwickeln. Unsere Hotelanlage befand sich etwas abseits der ersten Reihe am Ozean und war ausgesprochen malerisch und weitläufig an einem Golfplatz in Kaanapali gelegen. Die Zeit bis zum Wettkampf habe ich nun intensiv dazu genutzt mehrmals die Strecke zu checken und mich auf das Klima einzustellen. 32 Grad und eine Luftfeuchte von über 90% stellten eine deutliche Herausforderung dar. Auch über Nacht kühlte es nicht wirklich ab und die Lufttemperatur lag bei ca. 26 Grad. Die frühen Morgenstunden wurden zum Schnorcheln genutzt, um die schöne Unterwasserwelt am „Black Rock Beach“ mit riesigen Wasserschildkröten, verschiedensten bunten Fischen und wunderschönen Korallen zu erkunden … wahnsinnig schön.

Neben den Trainings konnte ich auch die „Road to Hana“ bestreiten. Eine Rundstraße um den höchsten Berg, dem Haleakala. Auf 104 Km wechselnde Verhältnisse, wie ich sie noch nie gesehen habe. Vom tiefsten Dschungel in Waldgebieten, bis hin zur baumfreien Mondlandschaft über endlose Wiesen. Die Road to Hana führt auch an einigen Nationalparks und Reservaten mit Wasserfällen entlang und ist eine der absoluten Hauptattraktionen auf Maui. Allerdings sollte man sich dafür auch einen ganzen Tag Zeit nehmen … Einerseits ist die Straße teilweise sehr schlecht befahrbar, andererseits muss man die Orte genießen und verweilen.

Besten Dank an Benny Allen (XTERRA Pro aus Australien) welcher sich einen Vormittag für unsere Reisegruppe Zeit nahm und uns Techniken und Taktiken zum Wellenschwimmen beibrachte. Leider waren die Wellen bis zum Wettkampftag nicht sehr hoch, sodass ich mich nicht sonderlich auf richtig dicke Wellen einstellen konnte. Der Raceday rückte nun immer näher und wir fuhren ins Ritz nach Kapalua. Anmelden, etwas Shoppen und später gab es dann noch ein Race-Dinner mit feinsten Hawaiianischen Speisen direkt aus der Ritz-Küche. Am Tag vor dem Rennen nur eine kleine Vorbelastung auf dem Rad mit kurzer Laufkoppel und dann wurde nur noch relaxt im Whirlpool und auf der Sonnenliege.

Raceday … relativ gut geschlafen geht’s um 6 aus dem Bett. Müsli mit Früchten und Toast versuchen runterzubekommen. Doch es ist wie vor jedem Rennen … jeder Biss mutiert im Mund zum dreifachem und ich bekomme nicht viel herunter. Dann fix alle Sachen gepackt und ins 10Km entfernte Kapalua mit dem Bike. 8AM konnten sich die Agegrouper dann den Profistart ansehen … Taktisch sehr wertvoll zusehen wie es Sinn macht mit, anstatt gegen die mittlerweile bis 2m hohen Wellen zu kämpfen. 9AM Start Agegrouper. Ich platzierte mich recht weit vorn ganz rechts … vorher geschaut was Benny Allen gemacht hat 😉 Dann fiel der Startschuss und bammm … alle sprinteten in den Pazifik. Dieses Jahr wurde die Schwimmstrecke geändert, auf zwei Runden Schwimmen + kurzem Landgang. Der Swim hatte es wirklich in sich. Die dicken Wellen auf der 1700m langen Strecke konnte ich mit einer 1:33 Pace (100m/min) in knapp 27min absolvieren. Nicht meine beste Schwimmleistung der Saison, aber in Anbetracht der Bedingungen bin ich sehr zufrieden. Nach einem super fluffigen Wechsel wollte ich nun endlich richtig Druck auf dem Bike machen. Das gelang mir in der ersten Runde auch ganz gut … aber dann schlug die Hitze und die hohe Luftfeuchte zu … Auch die Bike-Strecke wurde komplett neu zu den Vorjahren gestaltet. Es galt nun zwei Runden á 15KM und 550 Hm zu bewältigen. Der Bikekurs zeichnete sich durch böse steile Rampen und im Downhill lockere sehr rutschige Kurven aus. Aber richtig technische Abschnitte gab es leider gar nicht. Da es, übrigens das einzige Mal, 1h vor dem Start einen ergiebigen Regenschauer machte, war die Strecke gut griffig und recht schnell. Wie schon angedeutet … In der zweiten Runde wurde für mich die Luft etwas dünn und ich musste etwas rausnehmen, um noch einigermaßen den Run zu überleben. Leider habe ich da einige Positionen verloren und habe meine angestrebte Top 10 Position in meiner AG verloren. Die 30Km habe ich in 1:46h hinter mich gebracht. Der alte Diesel kam sogar nochmal gut auf Touren … 191bpm Max ist für mich sehr hoch. Also gearbeitet hab ich definitiv. Gut bei Sinnen dann Wechsel zwei … alles Top. Nun der Trailrun. Überlebensmodus ON. Der erste Teil auf 5 Km nur bergauf mit 350Hm. Bei dem Klima wirklich ne ganz andere Nummer als in Europa. Ich bin hier etwas verhalten in den Berg gegangen und habe versucht nicht über 175bpm zu laufen … das stellte sich als recht schwierig heraus, da auch hier sehr sehr steile Rampen drin waren, wo man selbst mit Speedwandern am Anschlag war. Irgendwann kam er dann … Genau Km 5. Und ab da dachte ich, fliege ich dem Ziel entgegen … Aber auch der Run-Downhill war recht tricky, und man musste sehr vorsichtig laufen, um nicht umzuknicken und die vielen 180 Grad Kurven im dichten Hawaiianischen Dschungel überhaupt zu bekommen. Zum Abschluss noch den legendären ca. 350m Beachrun und dann nochmal einen kurzen Berg ins Ziel. Die 10,5Km in 59 min waren echt zäh und ein wahrlich harter Lauf. Was für eine Atmosphäre … Ich habe meine erste XTERRA WM auf Maui überlebt, in 3:16h und habe den 16. Rang in meiner Altersklasse und (inkl. allen Profis) den 118. Gesamtrang belegt. Klasse Gefühl. Nun war es Zeit, mit einem Maui Brewing IPA runter zu kühlen und die besondere Stimmung der Veranstaltung aufzusaugen und zu genießen. Sicher nicht meine letzte WM auf dieser wunderschönen Trauminsel.

Die kommenden Tage bis zum Abflug haben wir intensiv genutzt um die Insel weiter kennenzulernen. Z.B. ein Tagesausflug zum Haleakala (3055m), dem höchsten Berg/Vulkan der Insel mit Wanderung in das Vulkankratergebiert des 9000m tiefen Vulkans. Kaum vorstellbar, dass da wo wir laufen im Umkreis von 34Km einst alles brannte. Die lebensfeindlichen Bedingungen da oben lassen es ein wenig erahnen, wie es beim letzten Ausbruch ca. 1650 gewesen sein muss. Absolut beeindruckend. Natürlich habe ich auch noch das superschöne Städtchen Lahaina mit seinen vielen Shopping-Möglichkeiten und guten Restaurants besucht. Am letzten Tag dann nochmal per Bike in den westlichsten Teil zum Nakalele Blow Hole. Ein echtes Spektakel, wie der Ozean durch eine Gesteinsöffnung Wasser fontänenartig meterhoch in die Luft presste. Nach dem Wettkampf darf natürlich auch die Ruhe nicht zu kurz kommen und ich nutzte intensiv unseren Pool und Whirlpool um etwas abzuschalten und auszuspannen. Nun ging es wieder nach Hause. Über Seattle und Amsterdam nach Prag. Glücklicherweise hatten wir in Seattle ca. 10h Aufenthalt und konnten die Stadt ein wenig besichtigen.

Abschließend möchte ich mich gern bei den zuhause gebliebenen fürs Anfeuern, Mitfiebern und für eure Glückwünsche bedanken. Das hat mir sehr geholfen einen kühlen Kopf zu bewahren und im Startblock umgeben von wirklichen Maschinen nicht davonzulaufen.

Speziellen Dank an meine Ina und an meinen Coach Flo Bögge für alles.

Mahalo

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