O-SEE Sports mit neuem IRONMAN

Schmuddelwetter beim Ironman Hamburg

Vergangenes Wochenende startete Patrick Freiberg am wohl ungemütlichsten Sommertag des Jahres beim Ironman in Hamburg. Hier sein persönlicher Rennbericht:

Im November 2019 entschloss ich mich mit meinem Buddy Björn beim Ironman Hamburg 2020 zu starten. Warum das Rennen im April 2020 verschoben wurde, brauch ich nicht groß zu erläutern. So entschied ich mich also für die Option im folgenden Jahr zu starten. Weitere 12 Monate Vorbereitungszeit, aber auch 12 weitere Monate Entbehrungen und Verzicht. Das Training auf eine Langdistanz erfordert viele Wochenstunden Fleiß und Schweiß. Dahingehend war die Pandemie gar nicht mal so schlecht. So musste man keine Ausrede finden, warum man mal keine Zeit für Social Life usw. hat 😉

Bleiente im Wasser, Kaffeekränzchen in der Wechselzone

Nach einer weiteren Verschiebung vom Juni sollte es am letzten Augustwochenende endlich losgehen. Leider sollten wir den mit Abstand schlechtesten Tag der Woche (des Sommers?) erwischen. Regenwetter und Kälte machten die Vorbereitungen auf das Rennen nicht einfacher. Was zieht man an damit man nicht friert, aber trotzdem noch aerodynamisch auf dem Rad sitzt? Ich entschied mich den Triathlonanzug und weitere Klamotten in den ersten Wechselbeutel zu stecken und nur in Badehose unterm Neo zu schwimmen, um trocken aufs Rad zu steigen. Samstagnachmittag wurde in die Wechselzone eingecheckt und beide Wechselbeutel und das Triathlonbike an den entsprechenden Stellen platziert.

Sonntag morgen 4 Uhr klingelte der Wecker nach nur 3 Stunden unruhigen Schlafes.

Nach den letzten Handgriffen stürzte ich mich gegen 7 Uhr mit Björn in die 17°C kalte Alster.

Meine mit Abstand schlechteste Disziplin begann mit einem großen Schluck Alsterwasser…Prost… verlief anschließend jedoch ganz in Ordnung und im Rahmen meiner Möglichkeiten, halt nur nicht schnell. Die 3860 m beendete ich nach knapp 1:23h. Mit über 21 Minuten Rückstand auf Björn stieg ich aus dem Wasser. Anschließend ging es durch die wohl längste Wechselzone der Welt. Für mich ganz bestimmt. Aus mir noch unerklärlichen Gründen benötigte ich 13 Minuten für den gesamten Wechsel und verlor noch weitere 5 Minuten auf meinen „Kontrahenten“, wobei das primäre Ziel sowieso ankommen und in einer soliden Zeit finishen war.

Rakete auf dem Rad

Ich entschied mich trotz 16°C Lufttemperatur nur im Triathlonanzug und mit zusätzlichen Armlingen aufs Rad zu steigen und Weste und weitere Klamotten in der Wechselzone zu lassen. Für mich am Ende ideal, da ich in keiner Sekunde gefroren haben, trotz immer wiederkehrender Regenschauer. Soviel jedoch zum Thema mit trockenem Trisuit aufs Rad zu steigen. Die Nässe machte die Strecke teilweise rutschig. Hier musste man mit den schmalen Rennradreifen in den vielen 90° und 180°-Kurven aufpassen, um das Rennen nicht schon vor der Ziellinie zu beenden. Mit über 36km/h im Schnitt flog ich die drei ~60km Runde durch die Stadt und das Industriegebiet und am Elbdeich entlang und der zweiten Wechselzone entgegen. Hier konnte ich viele der schnelleren Schwimmer überholen und viele Plätze gut machen. Mit knapp unter 5 Stunden, was Vorgabe von Tri-Kumpel Andi war ;), rollte ich nach 177,6km noch recht entspannt ein, aber ohne wirklich zu wissen was mich anschließend auf dem Marathon erwarten würde.

Der Abstand auf Björn war allerdings immer noch knapp 20 Minuten. Dieses „Rennen“ war also schon entschieden, sollte nicht noch etwas unerwartetes passieren. Jedoch ist auf der Langdistanz so viel möglich.

Flotter Lauf ohne große Probleme

Der zweite Wechsel gestaltete sich deutlich schneller, aber dauerte mit einer kurzer Einheit auf der Blackroll immer noch 8 Minuten. Beim Verlassen der Wechselzone merkte ich kein Stechen oder Ziehen in den Beinen. Sehr gut! So ging es mit zügiger Pace in den Lauf. Den Halbmarathon absolvierte ich in unter 1:44h ohne Probleme. Bis ca. 27 km konnte ich Geschwindigkeit halten und durchlief die vielen Verpflegungsstationen immer nur, um mir einen Wasserbecher und ein Gel zu greifen, welches ich mir dann aller 3km „schmecken“ lies. Nun wurde das Ganze jedoch hart. Langsam meldeten sich verstärkt die Oberschenkel und die Muskulatur fing an zu schmerzen. Also nahm ich ein bisschen an Geschwindigkeit raus. Jeder Kilometer wurde im Kopf gelaufen und ich setzte mir immer kleine Zwischenziele. Nach knapp 35km war das Ding doch so gut wie erledigt, da sind es doch nur noch 5km und die letzten 2km im Zielbereich schaffe ich dann doch auch noch locker 😉

Lediglich an zwei Verpflegungsstellen lies ich mir paar Sekunden mehr Zeit und bin kurz gegangen, ansonsten kam ich die letzten Kilometer jedoch ohne sich anbahnende Krämpfe oder sonstiges super durch den Lauf. Kurz vor dem Ziel warteten meine Eltern an der Strecke, welche ich nochmal fix umarmen konnte, bevor ich voller Freud und Erleichterung mit den Worten „Patrick you are an Ironman“ auf Finishline empfangen wurde. Welch geiles Gefühl nach 10 Stunden 16 Minuten und 59 Sekunden und unzähligen Trainingsstunden das große Ziel erreicht zu haben.

Mein größter Dank gilt auch den vielen Supportern an der Strecke, aber vor allem meinen Eltern, welche den Weg nach Hamburg auf sich nahmen und mich tatkräftig anfeuerten und motivierten. Dies lies die Kilometer und Rad-& Laufrunden nur so verfliegen 🙂 Big congrats auch an Björn für das super Finish in 09:52:15. Aber sei gewarnt, irgendwann lerne ich noch das Schwimmen, dann kannst du dich auf ein Sprint auf der Zielgeraden gefasst machen!

Bilder von: Andrea Heinsohn und Andreas Kolditz

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